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Presse
Ein Schmaus für Ohr und Auge
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Märkischen Allgemeinen (17. September 2007)
Bilder und Musik im Stadtklubhaus
FRITZ HERMANN KÖSER
HENNIGSDORF. Der Radfahrer ist nur noch verschwommen wahrzunehmen, so
rasant fährt er durch die Landschaft. Ein einziger
Geschwindigkeitsrausch in Öl, geschaffen von Claudius Spindel. Er und
weitere Kollegen von dem "Künstlerverein Quartier Hennigsdorf" stellten
ihre Werke für einige Tage im Stadtklubhaus aus.
Am Sonnabend gab es zu dem Augenschmaus auch noch etwas fürs geneigte
Ohr. Drei kubanische Musiker aus Berlin, die Combo "Luis Enrique Y Su
Banda", werteten in einem Nebenraum die stille Bilderwelt mit heißen,
lateinamerikanischen Rhythmen auf. Keyboard, Gesang und Perkussion, das
reicht. Die Musiker spielten unter anderem "Oye como va" von Santana
sowie andere Songs aus Kuba oder Mexiko.
Luis Enrique Spengler hatte es 2001 nach Berlin verschlagen. Maia Wiest
hatte ihn in Havanna für ihr Musical "Paradise Road" gecastet und so
nach Deutschland gelockt. Diese Karriere währte nicht lange. "Nach
einiger Zeit ging ihr die Kohle aus", erinnert sich Luis.
Er schlug sich mit Jobs durch, schuftete in einer Verpackungsfirma und
einer Fabrik für Tiefkühlpizzas. Nebenher machte er Musik, seine beiden
Mitstreiter lernte er in der kubanischen Szene von Berlin kennen. Nun
existiert die Band seit eineinhalb Jahren. Sie spielt unter anderem in
Clubs oder auf Partys.
Auch in Hennigsdorf sorgt sie für gute Stimmung, obwohl sich nicht
gerade allzu viele Gäste in das Stadtklubhaus verirrt hatten. Gut
gelaunt stellt Claudius Spindel ihnen die Musiker vor.
Dann widmet er sich wieder seinen Bildern. Der Maler deutet auf das
Rennrad, das unter seinen Werken steht. Wie zur Bestätigung seiner
Motive, die den Beginn einer Serie darstellen. Die abgebildeten
Personen seien, so Spindel, "Jedermänner und keine Profis", eben
authentische Personen aus seinem Radsportverein.
Er habe auch die weiteren Interessen der Fahrer in die Bilder
eingearbeitet. Grinsend deutet er auf den Sportler, der voller
Verlangen auf die leicht bekleidete Schönheit in einer lieblichen
Landschaft blickt. Ein Frauenfreund, der Italien schätzt, erklärt er.
Bei dem rasenden Radler hat er sich auf die bloße Geschwindigkeit
beschränkt. "Der ließ mir keine andere Wahl", sagt er.
Die wenig erfreulichen Skandale um Jan Ullrich und Konsorten hat er
gleichfalls bildlich umgesetzt. Ein Rapsfeld am Straßenrand, eine
Leitplanke und dort, ganz winzig, eine weggeworfene Kanüle. "Spritztour
Ooops" nennt er recht ironisch dieses Werk.
Sein Kollege Detlef Krebs setzt ganz auf Symbolik. Er deutet auf ein
Bild mit einem schlafenden Gesicht. "Das steht für die Spiritualität",
erklärt er.
Aber noch viel mehr stecke in diesem Werk. Reichlich Stoff, vor allem
für die Schüler der Albert-Schweitzer-Schule, die die Ausstellung
bereits besucht haben. "Denen wurden hier regelrecht Aufgaben
gestellt", erinnert sich Krebs.
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